“Hallo Welt” – in 4 Schritten zum energiegeladenen Frühaufsteher

Katze am Morgen

“Frühaufsteher? Nicht mit mir!” Das kennen wir alle: Der Wecker klingelt und wir sind noch nicht bereit – wir sind müde, es ist dunkel, es ist kalt. Aber da gibt es doch die geliebte Schlummertaste. Wir drücken sie einmal, zweimal, dreimal … Wir wissen genau, dass wir den Kampf früher oder später verlieren werden. Eigentlich ist es doch ziemlich schade, nicht aufzuwachen und gleich zu sagen: “Hallo Welt, hier bin ich wieder – ich lege jetzt gleich los”.

Mit dem Kampf gegen die Schlummertaste senden wir uns selbst ein negatives Signal. Wenn wir das Aufstehen verzögern, dann ist es das Signal, dass wir eigentlich noch nicht “leben” wollen.

“Jedes Mal, wenn wir die Schlummertaste drücken, weigern wir uns, den Tag zu begrüßen, das Leben zu begrüßen, aufzustehen und uns das Leben zu erschaffen, das wir uns wünschen.”

Hal Elrod

Wir müssen diesen Kampf nicht täglich führen. Zu einer guten Morgenroutine gehört bereits der Prozess des Aufwachens dazu. Es beginnt mit der Einstellung, dass für dich etwas zu tun gibt, worauf du dich freust.

In meinem Alltag ist die Morgenroutine ein fester Bestandteil – etwas worauf ich mich freue, wenn ich morgens aufwache und etwas worauf ich stolz bin, wenn ich damit fertig bin. Dadurch bin ich zum überzeugten Frühaufsteher geworden.

Es ist mittlerweile eine Selbstverständlichkeit geworden, nicht mehr gegen die Snooze-Taste kämpfen zu müssen – das ist schon ein riesen Zugewinn.

52 % der Österreicher nutzen die Snooze-Taste, fast jeder 10. nutzt sie mehr als 3 mal

In diesem Beitrag möchte ich dir 4 Schritte aufzeigen, mit denen du den Kampf gegen die Schlummertaste gewinnen kannst.

1) Ändere deine Einstellung 

Ich war nicht immer ein Frühaufsteher. Überzeugt habe mich selbst als Eule bezeichnet. Vor 24:00 Uhr ging es selten ins Bett – TV Total mit Stefan Raab kam ja erst spät und das musste man sich ja reinziehen. Dann ging die Nacht auch gut und gerne bis 09:00 Uhr oder 10:00 Uhr. Das Leben begann dann irgendwann zwischen 11:00 und 12:00 Uhr je nachdem wann die Vorlesung losging oder der Nebenjob rief.

Ich werde mich jetzt nicht gegen die Chronobiologie aussprechen – bin aber der Meinung, dass so manche Extreme nicht auf den Chronotyp schieben kann. Oft ist das nur eine Ausrede. Wer früh nicht aus den Federn kommt hat oft schwerwiegendere Probleme, wie z.B. chronische Erschöpfung, Depression, keine Leidenschaft im Leben – nichts, worauf man sich freut oder im Allgemeinen einfach nur Ziellosigkeit.

Oft ist es doch einfach so, dass der Grund zum Aufstehen fehlt. Es ist traurig, wenn wir sagen: “Ich muss jetzt Aufstehen, weil ich auf Arbeit muss oder die Kinder wecken muss.” Dagegen ist es doch viel erstrebenswerter zu sagen: “Ich will jetzt aufstehen, weil ich mein Leben leben will und das von Beginn an – nicht erst nach Feierabend.”

2) Mache dir das WARUM bewusst

Klar – an manchen Tagen reißt mich der Wecker schon aus den tiefsten Träumen, aber dann nehme ich mir auch die eine oder andere Minute mehr Zeit um mir zu verdeutlichen, warum ich jetzt gerade aufstehen möchte und nicht liegen bleibe, um in meinen ziellosen Gedanken zu versinken.

Wenn du dich entscheidest etwas Zeit in eine Morgenroutine zu investieren und dafür eventuell sogar früher aufstehst, dann muss dir bewusst sein, warum zur Hölle du dir das antust. Besonders in den Momenten, in denen dir das Aufstehen etwas schwerer fällt.

Doch mit dem frühen Aufstehen ist es wie mit dem Sport treiben: Erst tut es weh und kostet Überwindung, aber wenn du es geschafft hast, dann hast du ein wirklich gutes Gefühl dabei.

Entscheidend ist also das WARUM!

  • Warum stehe ich früher auf?
  • Warum hilft mir die Morgenroutine meine Ziele zu erreichen?
  • Warum arbeite ich jetzt an mir, während andere schlafen?

Du musst das Ganze wollen, sonst bringt es dir keinen Benefit und erst recht keine Beständigkeit. Nur wenn du selbst gewillt bist, also eine tief verankerte intrinsische Motivation besitzt, dann gelingt es dir, dass Potential der Morgenroutine voll auszuschöpfen.

Am besten ist es, wenn du dir das WARUM schon vor dem Einschlafen bewusst machst. Deine letzten Gedanken werden auch die ersten am nächsten Morgen sein. Wenn du morgens aufwachst, wirst du dich erinnern – du wirst wissen, was es tolles zu tun gibt und kannst es nicht erwarten aus dem Bett zu springen.

Die beste Möglichkeit dies umzusetzen ist das Führen eines Journals*.

3) Gestalte dir deine Morgenroutine

Da ist es doch naheliegend, mit einer Morgenroutine etwas Sinn und Struktur in den Morgen zu bringen. Denn wie gesagt, so wie du deinen Morgen verbringst, so verbringst du auch oft deinen Tag und dein ganzes Leben.

Du musst auch nicht unbedingt früher aufstehen – eine Morgenroutine kannst du auch nach 10:00 Uhr durchführen. Wenn du in Spät- oder Nachtschichten arbeitest und sowieso einen unregelmäßigen Alltag hast, dann musst du andere Möglichkeiten finden, deinen Morgen zu gestalten. Aber auch hier macht eine Morgenroutine Sinn. Denn der Morgen beginnt schließlich an dem Zeitpunkt, an dem du aufwachst.

Hauptsache ist, dass du loslegst, sobald du wach bist und deine Zeit nutzt!

Ich habe schnell gemerkt, dass die Morgenroutine so viel Spaß macht, dass ich dafür freiwillig früher aufstehe. Mittlerweile zieht es mich um 05:00 Uhr aus dem warmen Bettchen, weil ich es kaum erwarten kann in den Tag zu starten und mich weiter zu entwickeln.

In seinem Buch Miracle Morning* gibt Hal Elrod einen schönen Vergleich zu seinem Gefühl, wenn er morgens aufsteht:

„Immer wieder ist Miracle Morning auch mit dem Gefühl verglichen worden, das wir als Kinder am Weihnachtsmorgen hatten. Ja, so gut fühlt sich das an! […] Wäre es nicht wunderbar, jeden Tag mit diesem Gefühl zu beginnen?“

Ich finde dieses Beispiel sehr treffend und kann dieses Gefühl jeden Morgen gut nachvollziehen und bin dann auch gern ein Frühaufsteher.

4) Belohne dich – freu dich auf etwas

In einem vorherigen Artikel habe ich das „Eat that Frog“ Prinzip beschrieben.

Kurz erklärt besagt es, dass du dich morgens zuerst derjenigen Aufgabe widmest, die für dich am schwierigsten ist oder die du sonst am längsten vor der herschiebst. Damit schaffst du dir eine gute Ausgangsposition für deinen Tag, da du dich nun unschlagbar fühlst, weil du die größte Hürde bereits gemeistert hast. Für mich zählen aber auch kleinere Aufgaben, wie das Ausräumen des Geschirrspülers oder den Müll runterbringen.

Zugegeben: Das ist nun aber nicht unbedingt der größte Motivationsbooster, der dich zum passionierten Frühaufsteher macht.

Deshalb ist die Belohnung für mich ein fester Bestandteil der Morgenroutine. Die Belohnung macht mir bewusst, dass ich mir etwas verdient habe. Ich habe etwas geleistet, was nur wenigen Menschen gelingt. Vor 07:00 Uhr habe ich Sport gemacht, bin an der frischen Luft gewesen, habe lästige Aufgaben erledigt und meditiert. Glaube mir, dass ist unglaublich motivierend.

Die Belohnung  kannst du selbst festlegen – ein gutes Frühstück, guter Kaffee, eine warme Dusche, eine paar Seiten deines Lieblingsbuches… was auch immer dir das Gefühl gibt, etwas besonders getan zu haben.

Ich nehme mir eine Viertelstunde Zeit für ein gutes Buch und eine frische Tasse Kaffee aus der French Press*. Schon bei der Zubereitung des Kaffees bin ich im Genussmodus und verschaffe mir das Gefühl wieder etwas mehr aus mir gemacht zu haben.

Du kannst es schaffen

Wie du siehst ist es nicht in Stein gemeißelt, dass du ein Langschläfer bist. Im ersten Schritt solltest du dir bewusst machen, warum du morgens schlechter aus dem Bett kommst. Bist du chronisch erschöpft und schwer zu motivieren, dann liegen die Gründe nicht unbedingt im Chronotypen sondern in tiefgreifenderen Problemen deines Lebens.

Eine Morgenroutine kann dabei Abhilfe schaffen.

Also mache dir nun bewusst, was du erreichen möchtest. Kläre das WARUM.

Baue dir deine eigene Morgenroutine. Du kannst mit wenigen Inhalten beginnen, aber behalte dein Ziel, dein WARUM, vor den Augen.

Belohne dich für deine Disziplin. Mache dir bewusst, dass du etwas Großartiges getan hast. Ja, 20 Liegestützen oder 20 Kniebeugen sind großartig, du unterscheidest dich wahrscheinlich von 95% deiner Mitmenschen.

Zum Schluss möchte ich dir noch folgendes Zitat mitgeben. Es hilft mir persönlich mein WARUM zu finden.

Zitat Kämpfen

“Kämpfe während Andere schlafen!” Nun, ich kann dir leider nicht sagen, von wem dieses Zitat stammt (vielleicht weißt du es?), aber es motiviert mich sehr stark und schafft Selbstbewusstsein, innere Ruhe und Zufriedenheit für den Tag. Etwas erreicht zu haben, während alle anderen schlafen, sehe ich als starken Antrieb. Es gibt mir das Gefühl alles erreichen zu können. Vielleicht hilft es auch dir, endlich ein Early Bird zu werden.

Kein Bock auf Morgenroutine? Essen geht immer – schau mal hier!

Ich wünsche dir einen guten Start in den Tag,

Martin.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.